Die Diskussion mit Männern und Frauen: Von links Werner Dornstädter, Robert Gasteiger, Sabine Sturm, Dr. Edgar Forster, Susanne Allers, Andrea Giesecke, Sebastian Leiß, Heidi Gärtner und Markus Erhorn.

26.02.2020
Mehr Frauen in die Politik!?

Altomünster – Frauen sind in den kommunalen Gremien unterrepräsentiert – doch woran liegt das und wie lässt sich das ändern? Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, haben die Freien Wähler Dachau kürzlich im Kapplerbräu Altomünster zu einer Podiumsdiskussion mit vier kommunalpolitisch erfahrenen Frauen (Andrea Giesecke, Sabine Sturm, Susanne Allers und Heidi Gärtner) eingeladen. Es entstand eine lebhafte und teils auch witzige Diskussion mit der Moderation von Kreisrat Sebastian Leiß.

 

Alle vier Frauen berichteten davon, dass man ihre Eignung für ein kommunales Mandat das ein oder andere Mal direkt oder hinter vorgehaltener Hand bezweifelt habe. „Eine Frau muss 130% der Leistung eines Mannes bringen, damit sie sich durchsetzen kann“, meinte etwa Andrea Giesecke, bis 2008 Stadträtin in Kemnath, bevor sie nach Markt Indersdorf zog.

 

Sabine Sturm, ehemalige Gemeinderätin in Schwabhausen, berichtete von ihren Anfängen in der Kommunalpolitik in den 1980er-Jahren, als ältere Herren der Meinung waren, dass Politik nur von ihresgleichen gemacht werden sollte. Im Gemeinderat habe sie lernen müssen „einfach nur einen männlichen Kollegen von meinen Vorschlägen zu überzeugen,  der dann die Idee als seine verkauft und so kam ich auf Umwegen auch zum Ziel.“

 

Susanne Allers betonte, dass die Vereinbarkeit von Familie und Politik durch attraktive Betreuungsangebote entscheidenden Einfluss auf die Bereitschaft von Frauen hätte, sich zu engagieren – weil eben die Hausarbeit noch immer größtenteils an ihnen hänge.

 

Heidi Gärtner, bis 2008 Gemeinderätin in Markt Indersdorf sagte, dass Frauen mehr Selbstvertrauen an den Tag legen müssten, um politisch Fuß zu fassen. Dennoch gab sie zu bedenken, dass trotz mehr Kandidatinnen auf den Listen zur anstehenden Wahl, Frauen eben nicht mehr Frauen wählten. „Die durchsetzungsstarken und zielstrebigen Frauen werden von anderen Frauen teils sehr kritisch gesehen“, meinte sie.

 

Einig waren sich alle vier Diskutantinnen, dass der Frauenanteil mit den Wahlen in knapp drei Wochen steigen müsse – auch um überlegtere Entscheidungen in den Gremien fällen zu können. Für eine Frauenquote sprach sich allerdings nur Susanne Allers aus – „obwohl ich auch lange gedacht habe, dass es ohne Quote geht – es geht aber nicht ohne.“